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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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den unterſuchenden Richter; ich bin Ihr Gefangener, Herr Gerichtshalter!

Das Erſtaunen der Verſammlung, das Weh Ger⸗

trud's und Georg's zu ſchildern, ſei uns erlaſſen.

Ein ſchönes Zeichen der Theilnahme und innigſten Mitleidens des Dorfes war es, daß, als Chriſtian nach der Strafanſtalt durch Tannengrün fuhr, Niemand an die Fenſter trat.

Was Georg und Gertrud und mit ihnen fühlende Herzen gewünſcht, erfüllte ſich; Chriſtian verſchied ſchon nach einem Monat. Lange Zeit wohnte Trauer um ein verfehltes Leben in der Bruſt Derer, die ihn am meiſten geliebt; nur als Georg's Kind, ein Knabe, das Licht der Welt begrüßte, wurde es hell und ſonnig am bewölkten Himmel des Freiſchulzengutes, das unter der waltenden Hand Georg's bald ſeinen alten Ruhm, das erſte zu ſein, wieder erlangte.

Allen Denen, die von Generation zu Generation im Gute und Amte folgten, wie es uralter Brauch geweſen, wurde, wie Georg, nur ein Sohn geboren; gleich als hätte die Natur ſich hüten wollen, die Geſchichte zweier Söhne des Freiſchulzen zu Tannengrün zu wiederholen.

Das Haus im Keſſel des Steinbruches, in dem Wenzel gewohnt, von wo aus das Unheil über Chriſtian gekommen, iſt abgetragen, der Bruch ſelbſt iſt in neuen