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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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ich nicht Luſt, irgendwie unter Zwang und Aufficht meine Tage zu beſchließen, ich werde alſo den aufmerkſamen Beobachter ſpielen.

Der Tag der Eidesableiſtung war erſchienen; ſie

ſollte vor offenen Gerichtsthüren erfolgen. Erinnern wir uns der Menge, die zur Teſtaments⸗ Publication ſich eingefunden hatte, ſo glauben wir gern der Verſicherung, daß die Zahl der heut Herzuſtrömenden bedeutend größer war.

Für die Mutter, Georg und den alten Cantor waren Stühle, dem Gerichtshalter zur Linken geſtellt, einſam und allein ſaß Chriſtian gegenüber. Wenzel befand ſich unter der Menge und lehnte am Thürſtock des Zimmers.

Die Frage des Juſtitiars an Chriſtian, ob er bereit ſei den Eid zu leiſten, wurde bejaht. Umſonſt bat flehent⸗ lich die Mutter, abzuſtehen, vergebens baten Georg und 3 der beinahe 82jährige Cantor, Chriſtian leiſtete den Eid mit lauter, kräftiger Stimme, da erhob ſich die Mutter.

Chriſtian, als ich die frohe Gewißheit erhielt, das 4 erſte Kind unter dem Herzen zu tragen, betete ich zu Gott:

Herr, laß uns Freude an ihm erleben. Beantworte Dir jetzt ſelbſt die Frage, ob es geſchehen iſt. Tiefgebeugt ſtehe ich hier Angeſichts deſſen, der unſere Obrigkeit iſt, Ange⸗ ſichts meiner Lieben, meiner Freunde und ehemaligen Nach⸗ barn. Ich frage nicht, warum ich am Ausgang meiner Tage noch ſo hart geprüft werden ſollte, aber ich zittere,

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