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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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„Er Freiſchulze! Gertrud Freiſchulzin! und ich ent⸗ weder auf den Auszug geſetzt wie ein alter gebrechlicher Mann, der das Gnadenbrod erhält, oder mit Geld abge⸗ funden!“ murmelte Chriſtian vor ſich hin.„Nein, nein! Wenzel, ich will Euch folgen. Was ſoll ich, oder ſollen wir thuen?“

„Ich wußte, daß Ihr Euch beſinnen würdet. Hört mich weiter. Das Teſtament müſſen wir an die Stelle des ungünſtigen legen; und hier bedarf ich Eurer Hilfe, wäh⸗ rend ich mir alles Nebrige vorbehalte. Sagt mir, wie iſt die Localität im grauen Hauſe beſchaffen? Ihr ſeid ja dort von früher her bekannt; iſt die Thür vom Archiv ſchwer zu öffnen? und wo liegen derartige„Willen,“ die man die letzten nennt?“

„Die Thür iſt ohne Schlüſſel durch ein anderes In⸗ ſtrument nur mit Geräuſch zu öffnen; das aber würde den Caſtellan aufmerkſam machen. Auf die zweite Frage habe ich Euch zu erwiedern, daß in einem Schranke in der Ab⸗ theilung rechts nach dem vergitterten Fenſter zu die alten wie die neuen Documente verwahrt werden; auch hierzu gehört ein Schlüſſel. Im Uebrigen werdet Ihr ſelbſt ein⸗ ſehen, daß Verletzungen, ſei es wo und wie, vermieden werden müſſen.“

„Hm!“ verſetzte Wenzel,„ſonderbar, daran hatte ich nicht gedacht.“

„Wie nun?“ fragte Chriſtian.

Moriz Horn: Der Freiſchulze. 15