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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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richter, jetzt bei ſothaner Frage glaube ich wirklich und wahrhaftig, Ihr und nicht Euer Gaul ſeid krank; Erbrich⸗ er von Tannengrün ſein und nicht einmal wiſſen, daß Holzhauſen zum Kirchſpiel gehört und daß, wenn man dort Kirmes hält, es hier bei uns auch heißt:„Tiſchchen decke dich! Nein, nein, wir Holzhaufner bleiben nicht zurück; alſo abgeſtiegen und eingetreten.“

Der Freiſchulze war aber ſchon längſt abgeſtiegen und trat jetzt Arm in Arm mit dem Thierarzte in deſſen Zimmer.

„Ei, wie freundlich iſt es hier! hätte—“

„Das nicht gedacht, wollt Ihr doch hoffentlich nicht ſagen?“

„Nein; hätte Euch ſchon längſt ein Mal beſuchen ſol⸗ len, wollte ich ſagen.“

„Da habt Ihr vollkommen recht; es iſt ein großes, oder vielmehr das erſte Zeichen der Beſſerung am Men⸗ ſchen, wenn er ſeinen Fehler einſieht und zur Erkenntniß kommt. Wenn Ihr Euch gefälligſt erinnern wollt, obſchon das heute Euch nicht recht von Statten zu gehen ſcheint, ſo habe ich Euch je zuweilen eingeladen; da Ihr aber nicht kam't, meinte ich, dem wohledlen Freiſchulzen von Tannen⸗ grün ſei das Haus des Thierarztes Seeber zu Holzhaufen zu ſchlecht und unterließ fein, meine Einladung zu wieder⸗ holen..

„Seeber, wie könnt Ihr nur ſo von mir denken, ich“—

„Erbrichter, laßts gut ſein,'s war nur eine Wort⸗

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