als ſich drinnen eine andere, eine männliche Stimme vernehmen ließ. Ich kannte ſie wohl, dieſe Stimme, und ſie ſprach in einer Miſchung von gemüthlichem Hausvaterton und lautwerdendem Lehrerernſt:
„Mein liebes Mäuschen, Du biſt noch immer nicht ganz dialektfrei. Es klang das zweite Mal mehr wie ‚Leuchentuch' als wie ‚„Leichentuch.“ Ueber⸗ haupt nimmſt Du zuweilen die Klangfarbe zu tief, und man glaubt alsdann ‚Göbeint ſtatt ‚Gebein“ zu hören. Auch meint' ich, Du ſollteſt, wenn Du den Schlaftrunk genommen, nicht gleich zuſammenſtürzen, ſondern ruhig, wie in einer monumentalen Stellung, das Fallen des Vorhangs erwarten. Ich kann das viele Umpurzeln auf der Bühne nicht ausſtehen.“
Was zum Teufel, dacht' ich bei mir, richtet der Heinrich in ländlicher Zurückgezogenheit Bühnentalente zu, oder bereitet er für ein Familienfeſt ein Liebha⸗ bertheater vor? Indeſſen ſchien's, als ſchickte ſich die ſchöne Stimme an, den Monolog von Vorne anzu⸗ fangen, und ich ſchwor in meinem entzückten Herzen, ſo lange dieſe Wohlthat währen wollte, nicht von der Stelle zu weichen, und müßt' ich die ganze Nacht im Freien bleiben. Da packte mich plötzlich Einer von Rückwärts am Rockkragen und am rechten Arm, und inquirirte mich quoad personalia.
Ich konnte den Biedermann raſch befriedigen,


