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mir verſicherte. Sofort nach den üblichen Begrüßungs⸗ fragen ward ſie von der Mutter an den Flügel kom⸗ mandirt, deſſen ſie ſich ohne Weigern im nächſten Moment bereits bemächtigt hatte. Sie ſpielte mir ohne abzuſetzen fünf Mendelsſohn'ſche„Lieder ohne Worte“ vor mit eigenthümlich ungebundener Rhyth⸗ miſirung, und mit betäubender Vorliebe für die Be⸗ gleitung im Allgemeinen und das Pedal insbeſondere. Ich bat unter geſellſchaftgeläufigen Ausdrücken um Gnade, worauf ſich Mama mir zu erzählen beeilte, daß Natalchen eben unter ihrer höchſteigenen Leitung Paul et Virginie in's Deutſche, und dann aus ihrem Deutſch in's Franzöfiſche zurück, und endlich aus ihrem Franzöſiſchen auch in's Engliſche überſetze, eine Arbeit, die ungemein bildend ſei.
Ich ſtaunte und ſchwieg, und Frau von Püren ſandte ihren„Augapfel“(wie ſie ihre Tochter fort⸗ während titulirte) mit Adjutantenaufträgen, die von den pomphaften Kunſtausdrücken des galliſchen Speiſe⸗ zettels ſtrotzten, nach der Küche, um ohne Aufregung jungfräulicher Eitelkeit an mich eine vertrauliche Ge⸗ ſchäftsfrage zu ſtellen. Sie beabſichtigte nämlich, die eben erwähnten Paul et Virginie-Ueberſetzungen in der Trippelallianz ihrer Sprachverſchiedenheit zum Gebrauch für höhere Töchterſchulen und adelige Fräu⸗ leininſtitute im Buchhandel erſcheinen zu laſſen, und


