Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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Ich empfing die Adreſſe meines neuen Freundes und gelobte, auch von ſeiner Hedwig gütig aufgefordert, mich einzuſtellen, ſobald es ſich ſchicken wolle.

Erſter Tag in Liebenau.

Es giebt Octobertage, deren Schönheit einen ganzen, naßkalten Sommer aufwiegt. An einem ſolchen erreichte ich Liebenau, nicht ohne Mühe; denn mein Lohnkutſcher, nachdem wir einmal die Landſtraße verlaſſen, fuhr wenigſtens zehnmal irre. Mich erfüllten dieſe Irrfahrten mit Seligkeit. Gott ſei Dank, dachte ich, endlich einmal ein Ort, zu welchem keine Chauſſee, keine Eiſenbahn führt. Ein Ort, den man ſuchen muß! der von Wal⸗ dungen umgeben liegt, in denen wirkliche natürliche Bäume ſtehen, und mit denen man reden kann, wie mit Bäumen von Alter und Erfahrung.

Da liegt das Dorf!

Ein Dorf, damals für mich ohne große Bedeutung; ein Dorf, von welchem ich Nichts wußte, als daß mein gütiger Herr Anton Hahn daſelbſt hauſe, mit einer nicht mehr jungen, aber allerliebſten, liebenswürdigen Hedwig. Ich ſtieg am Schloſſe aus; er kam mir entgegen.

Mein Biograph!? O vortrefflich: Sie kommen mir wie gerufen. Ich bin ganz allein, was man Strohwitt⸗

wer nennt. Meine Frau kehrt erſt übermorgen mit den

Kindern zurück. Sie iſt im Lande umhergereiſet. Erſt

war ſie bei unſerer älteſten Tochter, die ſeit einigen

Holtei, Vagabunden. III. 18