Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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die Dankſagungen. Denn ich befinde mich in der ſelt⸗ ſamen Lage, Vormittags Gratulationen und Gaben für mich in Empfang zu nehmen, weil ich meinen Geburts⸗ tag begehe; Nachmittags dagegen liegt mir, als Familien⸗ haupt, die Sorge ob, Andere zu begaben, weil wir den heiligen Chriſt⸗Abend feiern. Voriges Jahr gewährte es mir eitles Vergnügen, meine Beamten vor mir auf⸗ marſchiren zu ſehen und mich von ihnen anwünſchen zu laſſen. O vanitas vanitatum! Diesmal hätt' ich ſie lieber hinausgeworfen, Alle, den guten Paſtor⸗Puſchel ausgenommen, den ich liebe, weil er ein täuſchendes Ab⸗ und Nachbild ſeines Vaters wird. Nachhaltiger wirkte die Luſt am Beſchenken der ärmeren Dorfleute. Ottilie und Hedwig hatten das prächtig hergerichtet und aufge⸗ baut. Meine Frau benimmt ſich dabei wie ein Engel, den man anbeten möchte..

Mitten in dem Jubel und im Schimmer der unzäh⸗ ligen Lichter ſiel mir ein, daß ich vor zwei Jahren aus Käſtners Haus im Gebirge wie ein begoſſener Pudel fortlief und wandernd, heimathlos, aufgegeben, den Chriſt⸗Abend im tiefen Walde zubringen mußte. Und ſpürt ich nicht heute, umgeben von Ueberfluß, Liebe, Glück und Dank, eine Sehnſucht in mir nach jenem ein⸗ ſamen Elend?

Es iſt keine Frage: ich bin ein Narr!

Aber Schkramprl hat wohl Recht, daß er ſich nicht firiren, daß er umherlaufen will, ſolange ſeine langen Beine ihn tragen.

Man iſt nicht umſonſt Vagabund geweſen.