Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

IIIII

Sie müſſen dieſe letztere Frage nicht übel nehmen; weiß ich doch ſogar nicht, wen ich die Ehre habe, bei mir zu ſehen, und inwiefern Ihre Verhältniſſe dieſe meine unbe⸗ ſcheidene Auslegung Ihres vielleicht unüberlegten Aner⸗ bietens geſtatten? Wär' es möglich, daß Sie

Hier ſtockte ihre Stimme, von Thränen bedrängt. Zugleich ſtrahlte ihr abgemagertes, in Gram und Leid verfallenes Geſicht in freudiger Verklärung, ſo daß Anton auf's Neue in Schrecken gerieth und, die voreilige Aeuße⸗ rung faſt bereuend, ſchon wieder an ſchnellen Rückzug dachte.

Da trat, im rechten Augenblick, Herr Dreher ein.

Gegenſeitig fanden Erörterungen Statt; das Geſpräch wurde fortgeſetzt, nur auf andere Weiſe, indem es aus dem Gebiete des Ueberſchwenglichen auf irdiſchen Grund und Boden gelangte. Anton machte kein Geheimniß daraus, daß er ohne Ziel und Zweck ſei; daß er die Tanzmeiſterei, die ihn anwidere, aufgegeben habe, nach⸗ dem die einzige Veranlaſſung, die er dafür gehabt, nicht mehr vorhanden. Er geſtand ehrlich, daß er bei ſeinem Beſuche noch nicht an die Möglichkeit gedacht, hier als dritter Mann eintreten zu können; daß aber jetzt, wo er einen Blick hinter den Vorhang gethan, alte, verklungene Träume von poetiſcher Theaterluſt in ihm erwachten; daß er es um ſo leichter fände, ſie wenn auch nur verſuchs⸗ weiſe zu erfüllen, weil er als Puppenſpieler nicht mit ſeiner eigenen Perſon bezahlen, weil er nicht befürchten dürfe, ſich ungeſchickt oder unbegabt, wie einen ſchlechten Darſteller, Preis zu geben.

3*