Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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Für den Mechanismus ſeiner kleinen Figuren iſt er, gelobt zu werden, gewöhnt. Die Stücke, die wir auf⸗ führen, hält er ſelbſt für albernes Zeug und würde ſich, fürcht ich, wundern, wenn man käme, ihm das Gegentheil zu ſagen.

Nicht möglich! Wie iſt er dann im Stande, ſo vor⸗ trefflich zu reden und namentlich dem Kasperle einen ſolchen Grad von Vollkommenheit einzuhauchen?

Mit dem Kasperle iſt es ein Anderes; der geht ihm von Herzen: das iſt der eigentliche Ausdruck ſeiner eigen⸗ thümlichen, vaterländiſchen Derbheit und Schelmerei. Wie Sie ihn den Kasperle ſprechen hörten, höre ich ihn ſelbſt ſtündlich mit mir ſprechen. Dagegen ſind ihm die ernſten Perſonen unſerer Schauſtücke zur Laſt; was er mit Helden, Königen, Vätern und Liebhabern eigentlich anfangen ſoll, weiß er niemals. Früher hat er einen Gefährten gehabt, einen verunglückten Schauſpieler, der dieſe Partieen übernommen und durchgeführt. Dieſer Mann jedoch iſt ihm entlaufen, hat ihn böslich verlaſſen und ſeine erſte Frau bei Nacht und Nebel mit ſich genom⸗ men. An die Stelle der Letzteren bin ich getreten; der Platz des tragiſchen Schauſpielers iſt noch nicht aus⸗ gefüllt. Ich wünſchte ſehr, daß ſich Jemand dafür fände; wir wollten ihn gut bezahlen. Mein armer Mann muß ſich ſchwer anſtrengen: die Führung und Lenkung der Puppen iſt keine Kleinigkeit; ſie nimmt alle Körperkräfte in Anſpruch, und daneben ſo viel zu reden, greift furchtbar an. Für einen Mann von beinahe

ſiebenzig Jahren iſt das zu viel. Ich bin ſo leidend und Holtei, Vagabunden III. 3