— 261—
erreichen will! Ich kann doch mein Leben nicht vergeuden, indem ich von Deinem Gelde zehre und— wenn ich auch nicht müßig gehe— doch Nichts fördere. Wie lange ſollen wir noch hier verweilen? Sage, Laura, meinſt Du nicht auch, daß ich ein Geſchäft unternehmen, daß ic Etwas beginnen dürfte?
„Antoine, Du redeſt, als ob Du meiner ſchon ſatt wäreſt!“
Du weißt am beſten, wie wenig das möglich iſt. Doch leugne, wie Du willſt, auch Du ſpürſt das Bedürf⸗ niß, dieſen traurigen Ort zu verlaſſen. Auch Du ahneſt, daß ein fauler Tagedieb Dich bald beläſtigen könne.
„Uebe Dich nur auf Deiner Geige!“
Thu'ich's nicht? Alle Mäuſe im ganzen Hotel können mir's bezeugen. Aber was hilft mir das? Ein großer Künſtler zu werden, dazu gehört mehr.
„So mache wieder Körbe.“
Spotte nicht. Jene glücklichen Tage ſind vorüber, wo ich mir daran genügen ließ. Nein, Laura, ich hätte wohl eine Idee,... doch wirſt Du ſie verlachen. Sie iſt kühn;— vielleicht gar toll.—
„Dann heraus damit! Je toller, deſto beſſer wird ſie mir zuſagen!“.
Mein Violinſpiel iſt nicht bedeutend genug, und ich habe auch zu wenig Schule, zu wenig muſtkaliſche Kennt⸗ niſſe, um als Virtuoſe zu glänzen. Aber an Bravour fehlt es mir doch nicht, und manches Stückchen ſpiel' ich leidlich. Nun hab' ich mir ſo gedacht, es käme nur
darauf an, was ich etwa vermag, in einer Art und Weiſe


