gar nicht zum Schlafen niederlegen. Müde war er wohl, doch nicht ſchläfrig. Wandelnd, ſinnend wachte er Mitternacht heran. 3
Die Augen der Thiere leuchteten wie glühende Koh⸗ len. Man vernahm kein Geräuſch in ihren Kaſten, ſo leiſe traten ſie auf. Wie es zwölf Uhr ſchlug,— der letzte Ton der großen Thurmglocke verhallte, eben wen⸗ dete ſich Anton auf ſeinem gleichförmigen Wege um,— da war es ihm, als ob am hinteren Ende der Bude die
Vorhänge, welche leere Käfige, Kaſten und anderes unge⸗
brauchtes Geräth verhüllten, zu flattern begönnen und ſich öffneten, als ob ein Lichtſchimmer daraus hervor⸗ dränge. Sein erſter Gedanke galt einer Nachläſſigkeit der beurlaubten Knechte, einer vielleicht nicht ſorgfältig gelöſchten Lampe. Er ſchritt eilig vor,.. doch mitten im öden Raume blieb er unbeweglich ſtehen.... ſein Athem ſtockte... Eiſeskälte durchrieſelte ihn, er ſah die alte Frau Gokſch, ſeine ſelige Großmutter. Sie war gekleidet, wie bei Lebzeiten ſte gewöhnlich einhergegangen. Aber größer ſchien ſie ihm, hielt ſich mehr aufgerichtet. Sie ſah ihn bittend an.
Was bedeutet mir das? ſtammelte er. 3
Die Erſcheinung hob ihre Rechte empor und deutete damit nach dem Ausgange hin. Kaum aber hatte ſie einige Sekunden lang angedauert, als ihre Umriſſe unſicher wurden, ſich nach und nach verwiſchten und bald in einen grauen Nebel aufzulöſen ſchienen, der ſich wie dünner Rauch verzog. Die Stelle ward wieder dunkel, wie ſie vorher geweſen. Anton unterſuchte die Vorhänge,


