Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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von Carolinen abgeſprungen? Das hätte noch gefehlt! Nein, er ſoll ſehen, daß wir zu leben wiſſen!(So dachte die Mutter.) Und er ſoll fühlen, daß er mir längſt gleichgiltig genug ward, um mit ihm verkehren zu können, wie mit dem Baron, oder irgend einem andern Gleichgiltigen.(So dachte die Tochter.) Und Beider Gedanken wurden zu Einem, welcher ſich in die Form kleidete:Der Alte will ihn nicht bei ſich ſehen, ſo ſehen wir ihn bei uns!

Der Gedanke an und für ſich war gewiß ganz gut; das heißt: er war ſchlecht genug, um für Guſtav's Abſichten gut zu ſein. Nur ſtieß er auf Hinderniſſe, in ſo fern feſtgeſetzt war, daß morgen die Abreiſe von Dresden erfolgen müſſe. Dergleichen Ausſprüche des Vaters galten bei Reichenborns für unerſchütterlich. Deßhalb gab Caroline für's Erſte auf Guſtav's geflüſterte Frage gar keine Antwort; was dieſer, ſeine Schuld gegen ſie erwägend, zwar ſehr begreiflich, aber darum noch nicht geeignet fand, ſich dadurch abſchrecken zu laſſen. Er hatte Fort⸗ ſchritte gemacht, ſeitdem er ſich von Agneſens Grabe getrennt. Er hatte nicht umſonſt die hohe Schule der ‚großen Welt beſucht; nicht umſonſt theures Lehrgeld bezahlt; nicht fruchtlos mit den berufenſten Lehrern im Felde gewiſſenloſer Schwelgerei vertrau⸗