Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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der Führung ländlicher Geſchäfte an. Schon ſchwand der letzte Sonnenglanz des ſcheidenden Herbſtes,

ſchon ſpürte man die Nähe des unfreundlichen No⸗ vember; doch das ſchreckte den wie durch ein Wunder zum unermüdlichen Landwirth umgewan⸗ delten Hermann nicht zurück. Trotz Wind und Wetter durchſtreifte er mit ſeinen Beamten jeden äußerſten Winkel der Herrſchaft; nahm Gebäude, Vieh, Geräthſchaften, Ländereien gründlich in Augen⸗ ſchein; unterrichtete ſich von den Veränderungen und verbeſſerten Einrichtungen, die ihm neu waren; fand ſich mit ſicherem Blicke bald zurecht; zeigte ſich hei⸗

miſch, wo man ihn unerfahren und gleichgiltig ge⸗

wähnt; dieß alles unterſtützt von den Erinnerungen ſeiner Kinder⸗ und Knabenzeit, die ihm verblichene theure Bilder wieder friſch und lebendig machten.

Die Wirkung blieb nicht aus. Von Tage zu Tage, von Stunde zu Stunde trat ſie deutlicher an und in ihm hervor. Bald erkannten die freudig⸗erſtaunten Förſter und Verwalter in ihrem ‚neuen Grafen den zurückhal⸗ tenden, ſtummen Herrn kaum wieder, den ihnen der zalte Graf als Gebieter vorgeführt. Der vornehme, untheilnehmende Diplomat machte nach und nach einem freundlichen, wohlwollenden Gutsbeſitzer Platz, der dem gutmüthigen Hermann von hehen ſo ſehr 1857 XVI. Noblesse oblige. III. 14