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ungeſtörtem Zuſammenleben und die Mittel, es uns geiſtig zu verklären. Jetzt geht es gar auf den lie⸗ ben Winter zu, der uns heuer gewiß nicht mit trock⸗ nen Fröſten abſpeiſen, der uns vielmehr in ſeinen weichen weißen Flaum einhüllen wird, ſo warm und behaglich, daß es eine wahre Wonne iſt, im ſtillen Stübchen zu weilen. Dann iſt meine gute Tante ſo gefällig, ein Bißchen an ihrer Gicht zu leiden, die ihr ein⸗ für allemal unterſagt, an den Win⸗ terkränzchen theilzunehmen; die Nichte darf nicht verabſäumen, ſie zu pflegen,— und Onkel Hanns wird doch ſeine ‚Weibsbilder“ nicht allein laſſen? Da bewährt ſich dann der Ausſpruch des Dichters: ‚wer ſich der Einſamkeit ergibt, der iſt gar bald allein!' Kein Beſuch dringt in unſere Einſamkeit, die jedoch eine glückliche Dreiſamkeit wird. O wie freu' ich mich auf dieſe trauten Abende!“
Die Tante blickte ſie dankbar an:„Du Gute! Für Dich muß unſer Herrgott eine ganz beſondere Belohnung aufbewahrt haben, womit Er über kurz oder lang vergelten wird, was wir durch nichts ver⸗ gelten, wofür wir nur dankbar ſein und Dich lieben können.“
„Liebe iſt die ſchönſte Vergeltung für Liebe, mein Tantchen; laß' uns dabei bleiben. Weil aber
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