Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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und Blut, da ſeid Ihr kühn und kräftig; da ſteht Ihr männlich, wo wir weibiſch verzagen. Wenn's aber gilt im kleinen Kriege gegen das Leben und deſſen Neckereien auszudauern, in alltäglichen Schar⸗ mützeln gute Zuverſicht und heitern Muth zu bewah⸗ ren, dann werdet Ihr verzagte Weiber und das ſtär⸗ kere Geſchlecht ſind wir. Danke Du Gott, daß Du uns beide noch haſt, die und mich. Arbeite wacker darauf los, ſage wie Hiob: der Herr hat's gegeben, Er hat's genommen; quäle Dich nicht, und uns auch nicht; gräme Dich nicht um des kommenden Tages Plage und verdirb uns die Laune nicht, des heuti⸗ gen Tages Plage durch Frohſinn zu verſüßen. Jage Mathilden nicht in ihr Unglück durch Dein Gepim⸗ pel. Es iſt nicht ſo arg, wie Du es machſt. Wir ſind noch nicht Bettler und ſie wird auch nicht bet⸗ teln dürfen, ohne daß ſie Frau von Wahlen heißt. Komm', Hanns, gib' uns das Verſprechen: dieſe Stunde war die letzte, die wir uns verkümmerten! Von jetzt beginnt ein friſches Daſein! Ein neuer Fortſchritt, wenn Du das lieber hörſt. He, alter Hanns, die Hand darauf!

Sie hielt ihm ihre Rechte hin: er ergriff ſie. Mathilde legte ihre beide Hände darum.Vergeſſen, ſagte ſie.