21
hat mir auch nicht die Idee eines Kummers, einer Beſorgniß erweckt, wenn ich jene kleine flüchtige Kin⸗ derei ausnehme, deren Vermittelung ich Dir damals anvertraute, und die Du mit einem Hauche zu ver⸗ ſcheuchen, ja, ihn ſo gründlich zu heilen wußteſt, daß ſeitdem auch nicht das Geringſte vorkam, was irgend argwöhnen ließe, Graf Hermann könne je wieder vergeſſen, er ſei ein Eichengrün! Auch das iſt Dein Werk! Auch dafür bin ich Dir zu ewigem Danke verpflichtet! Auch darauf darfſt Du ſtolz ſein!“
„Bin es aber wahrlich nicht, Ulrich. Nein, darauf am allerwenigſten. So wenig, daß ich mich ſchon häufig ſelbſt befragte, ob ich denn gut und klug gehandelt habe, da ich....“
„Da Du ihn zu ſeiner Pflicht, zu unſerer Ehre zurückriefft von dem Abwege, den er eingeſchlagen? Darüber könnteſt Du Dir Skrupel machen? Die wä⸗ ren malplacirt. Haſt Du Deinen Wahlſpruch auf⸗ gegeben? Er hat ihn zu dem ſeinigen gemacht, hat ihn in Fleiſch und Blut an ſich verkörpert. Das geht aus jedem Zuge ſeiner Feder deutlich hervor. Und Du mußt das ja ebenſogut wiſſen als ich. Ihr korreſpondirt ja noch fleißig.“
„O, ſehr fleißig. Er bleibt mir keinen Brief ſchuldig. Und obgleich die meinigen immer kürzer


