Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nehmend, ſich hinabſchlängelt, um im Thale ein Bach zu werden. Der Graf ſieht darin ein friſches, an⸗ regendes Bild ſeines alten Geſchlechtes, deſſen Ahnen er kennt bis zu jenem Bauersmanne zurück, von dem es entſpringt. Er iſt ſtolz auf dieſen Urſprung, denn er ehrt den Bauernſtand. Er iſt Landmann mit Leib und Seele. Gegen ſeinesgleichen, gegen Herren und Grafen, die ihm, ſei's durch Alter des Ge⸗ ſchlechtes, ſei's durch Reichthum, hauptſächlich durch geiſtige und geſellige Bildung nicht ebenbürtig er⸗ ſcheinen, kann er ſich, wenn er gerade übler Laune iſt, mitunter hochmüthig benehmen; wenigſtens ſteht er hier und da in dieſem Rufe. Gegen Geringere iſt er ſtets freundlich, wohlwollend; gegen die Be⸗ wohner der zur Majoratsherrſchaft Eichenau gehöri⸗ gen Dörfer iſt er herzlich, hilfreich wo es noththut, liebevoll. Seine Beamteten beten ihn an. Doch, weil

die Läſterzunge nirgend und niemalen völlig ver⸗ ſtummt, ſo ziſchelt ſie auch hinter ihm her, daß er ſich zwiefach liebevoll zeige, wo hübſche junge Frauen und Mädchen ein Haus ſchmücken. Daß er ſeit ſechs⸗ zehn Jahren Witwer iſt, daß er es geblieben, ob⸗ gleich er am Todestage ſeiner Gemalin noch nicht vierzig zählte, mag zur Verbreitung mancher ihn betreffenden Gerüchte nicht wenig beigetragen haben.