Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Für die Söhne dieſer Häuſer birgt es unzählige Gründel, Schmerlen, kleine Quabben und anderes kaltblütiges Gethier unter ſeinen Steinen, worauf barfüßige Waſſerjäger mit bewundernswürdiger Ge⸗ ſchicklichkeit und überraſchendem Erfolge zu fahnden verſtehen. Die Eicha iſt die Pulsader jugendlicher Beluſtigung für ſämmtliche Studenten des großen Dorfes Eichenau; mag ſie nun im heißen Sommer, halb ausgetrocknet, reicheren Raubfang geſtatten; mag ſie im Frühjahr und Herbſt, durch heftige Regengüſſe anſchwellend, bis hoch an die Ufer tretend, Schwemm⸗ holz und andere willkommene Gaben heranſpülen; mag ſie im Winter feſtgefroren hier und da einen Eisſpiegel zu gymnaſtiſchen Uebungen darbieten: immer iſt ſie's, die Leben, Luſt und Freude bringt.

Ulrich Graf Eichengrün, Majoratsherr auf Ei⸗ chenau, weiß ihre Verdienſte zu ſchätzen. Er liebt es, den Lauf des ſilberhellen, geſchwätzigen Gewäſ⸗

ſers, von dem ſeine Stammherrſchaft den Namen trägt, zu verfolgen bis auf den Kamm der Berge, wo die Grenze ſeines Beſitzthums den ſchmalen flim⸗ mernden Streifen empfängt, der da oben, dem Ur⸗ ſprunge nicht fern, ſich zwiſchen dürftigem Knieholz zuerſt in die Welt wagt und dann in unzähligen⸗

indungen und Krümmungen, neue Zuflüſſe auf

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