Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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IX

es,(wie ich für ſolchen Fall erbeten hatte) ohne weiteres zurück.

Berlin und Karlsruhe nahmen es als ausführ⸗ bar an. Später auch Stuttgart, in einem ſehr freundlichen Schreiben.

Wien theilte dieſe Anſicht aber nicht. Laube ſagte mir in ſeiner kurzangebundenen, aufrichtigen und darum nicht verletzenden Weiſe: das ſei kein Drama, ſondern ein recht hübſcher Roman.

Ich ergab mich in alles und wartete.

Der erſte Verſuch wurde in Karlsruhe gemacht. Er ſcheint mißlungen zu ſein. Wenigſtens deutet Eduard Devrient dieß in ſeinem ebenſo gütigen, als ſchonenden Berichte an.

Dann folgte die berliner Aufführung, die eben auch nur den Beweis geliefert hat, daß Laube Recht gehabt. Sie gewährte mir aber einen namhaften Vortheil, den der Belehrung, der Aufklärung, wenn ich ſo ſagen darf. Denn mir war beim redlichſten Willen zur Einſicht zu gelangen, trotz mancherlei ge⸗ gen mich ausgeſprochenen Tadels, immer noch nicht klar geworden, worin denn eigentlich das Gebrechen des Stückes ſitze? Warum es denn, fleißig ausge⸗ arbeitet und nicht ohne Intereſſe wie es in Anlage und Erfindung iſt, ſo ganz unwürdig ſein ſollte, ſich