Teil eines Werkes 
3. Th. (1822)
Entstehung
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6 paͤßlichkeit, fand ſich auch die Fuͤrſtin Stoll⸗ berg nicht ein; es galt ihr in dieſem Augenbli⸗ cke gleich, was die Menge daruͤber urtheilen moͤ⸗ ge. Ihrer guͤtigen Herrſcherin war der Antheil bekannt, den ſie an dem Schickſale des jungen Mannes nahm, ja, ſie hatte es ſich feſt vorge⸗ nommen, dieſe edle Seele mit dem ganzen Um⸗ fang ihres Schmerzes bekannt zu machen, ſobald ſie nur hinlaͤngliche Faſſung zu einem ſolchen Ge⸗ ſtaͤndniß erlangt haben wuͤrde.

„Der junge Wallenſtein iſt in Ungnade gefallen!“ fluͤſterte eine geſchwaͤtzige Zunge der an⸗ dern am Hofe zu, obgleich man in der Gegen⸗ wart der Monarchin das Wort nicht laut auszuſpre⸗ chen wagte. Als nun aber Graf Harrach in der neuen, reichen Uniform, behangen mit allen Eh⸗ renzeichen, die er waͤhrend ſeines langen Hofdien⸗ ſtes errungen hatte, ſiegprangend und mit viel⸗ wiſſender Miene, in den Saal trat, da draͤngte ſich alles um den Mann, der gewiß im Stande ſeyn wuͤrde, das Raͤthſel voͤllig zu loͤſen.

Er beugte ein Knie vor der Kaiſerin, drüͤckte ſeinen Schmerz aus, ſich ſobald aus ihrem Zau⸗ berkreiſe entfernen zu muͤſſen, da die Pflicht ihn