326
bringen.— Und oh, daß ich dieſe himmliſche Liebe nicht erwiedern kann!— Der Theil mei⸗ nes Herzens, den ich dir anzubieten habe, iſt dei⸗ ner nicht werth, denn ſieh, ich will dich nicht taͤuſchen, noch in dieſem Augenblicke liebe ich Luiſe bis zur Verzweiflung. Wenn ein Mann, der dir dies offen geſteht, noch Werth in deinen Augen behalten kann, ſo nimm mich hin, und baue auf meine Ehre! Was auch die innern Empfindungen meiner Seele ſeyn moͤgen, nie ſoll Luiſens Name in deiner Gegenwart wieder uͤber meine Lippen kommen. Mache mit mir was du willſt, nur weine nicht, ſuͤße Freun⸗ din!“— G 4 Die Thraͤnen der Fuͤrſtin floſſen waͤhrend dieſer Worte heftig unter ihrer Maske hervor. „Laß meine Thraͤnen dich nicht ſchrecken, Caſimir,“ ſagte ſie,„es ſind nicht die erſten, welche deinetwegen fließen; ſchon manche habe ich heimlich vergoſſen, als dies ſtolze Herz, was ſich ſo ſicher waͤhnte, ſich dennoch fuͤr beſiegt er⸗ klaͤren mußte, und ich in unausſprechlicher Angſt an deinem Krankenlager ſtand. Kein Opfer iſt mir fuͤr dich zu theuer; alſo muß auch dieſes ge⸗


