Jetzt aber glaubte er Fußtritte zu vernehmen, und verbarg ſich hinter dem Grabſtein; eine Ne⸗ benthuͤr wurde geoffnet, der Gegenſtand ſeiner langen, ſehnlichen Erwartung erſchien endlich. Von Kummer niedergebeugt nahete der Moͤnch ſich dem Schreine der heiligen Jungfrau, vor welchem er ſich niederwarf, und die Gebenedeite mit gebro⸗ chener Stimme anrief, das ſterbende Fraͤulein auf ſein Flehen dem Leben wieder zu ſchenken.
Wallenſteins Angſt wurde noch um ein Großes vermehrt, als er deutlich dieſe Worte un⸗ ter dem Schluchzen des alten Mannes vernahm; er wagte es nicht ihn im Gebet zu ſtoͤren, ſondern beſchloß den Augenblick zu erwarten, wo er ſich von den Stufen des Altars wieder erheben wuͤrde. Nun erſt trat er leiſe hervor; ſo wie Felix aber die Geſtalt eines Mannes hinter dem Grabe her⸗ vorkommen ſah, rief er vor Schrecken faſt er⸗ ſtarrt:
„Begieb dich fort, unſauberer Geiſt! Was weilſt du noch hier?— Iſt auch ſogar dieſer Ort dir nicht heilig? Fort mit dir, Moͤrder!“
„Hoͤrt mich, ehrwuͤrdiger Vater!“ entgegnete Wallenſtein ſanft.


