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von der jedoch keine fuͤr ihn zur klaren Gewißheit werden konnte. Sollte Wolfſtein ſeine eigent⸗ liche Natur nicht laͤnger haben verbergen koͤnnen, und das Fraͤulein von der Niedrigkeit und Heu⸗ chelei ſeines Charakters uͤberzeugt geworden ſeyn? Dieſer Gedanke ſchien ihm der wahrſcheinlichſte; denn von Conrads Ruͤckkehr ahnete er nichts, wohl aber hatte er ſich gleich bei ſeiner Ankunft auf der Abtei nach dieſem treuen Diener erkundigt, weil er durch ihn am leichteſten die Lage der Dinge zu erfahren hoffte, leider aber gehoͤrt, daß er nach Wien geſchickt worden ſey.
Von ſo mannigfaltigen Gedanken gequaͤlt, ſuchte er, in den peinlichen Stunden der Einſam⸗ keit, endlich Ruhe am Grabe des Freundes; der Tumult in ſeinem Innern legte ſich allmaͤhlig, und, an den kalten Marmor gelehnt, trat die Nichtig⸗ keit alles Irrdiſchen lebhaft vor ſeine Seele. Er gedachte des Morgens an dem Wilhelm mit
ihm auf das Schlachtfeld gegangen war, und die
dort Schlummernden beneidet hatte.
„Damals begriff ich dich nicht, Freund,“ ſagte er leiſe,„aber Umſtaͤnde koͤnnen unſere Ge⸗ fuͤhle wunderbar veraͤndern! Seit jenem Tage


