Und nun erzählte er, daß er bei dem Herabſteigen vom Berge im Schneegeſtöber faſt umgekommen wäre. Ohne Beſinnung habe man ihn am Rande eines Ab⸗ grundes entdeckt, und nicht weit davon den Alpenſtock des Großvaters gefunden, ſo daß man auch ihn und Jaques verunglückt geglaubt habe. Drei Tage lang— hatte der Vater zwiſchen Tod und Leben geſchwebt, und als endlich ſeine Beſinnung zurückgekehrt war,
hatte der Schnee mit ſolcher Macht überhand genom⸗ men, daß an die Befreiung der Verſchneiten in der Sennhütte vorläufig nicht mehr gedacht werden konnte. Erſt bei Eintritt des ſtarken Froſtes wurden die uner⸗
müdlichen Anſtrengungen der Dorfbewohner von Erfolg. gekrönt, und ſie begrüßten jetzt Jaques bei ſeiner An⸗ kunft mit ſolcher Liebe und Freude, daß er darüber
erröthete, jemals an ihrem Eifer Zweifel gehegt zu 4 haben. Jeder wollte ihn, Jeder wollte Blanchette ſehen. 4
Man überhäufte Beide mit Liebkoſungen, und Blan⸗ te wurde dermaßen zärtlich geſtreichelt und mit Lecker⸗ biſſen verſehen, die man ihr von allen Seiten brachte, 1 daß ſie gewiß die glücklichſte von allen Ziegen im Dorfe war. „Gott hat mir das Leben gerettet, und ich preiſe ſeine Gnade!“ ſchrieb Jaques am Tage nach ſeiner Befreiung in ſein Tagebuch.„Sein heiliger Wille war es nicht, daß auch mein theurer Großvater ſeine Familie wiederſehen ſollte; aber dieſer treue Freund, den ich immer beweinen werde, hat mich gelehrt, nie igen die Fügungen der Vorſehung zu murren. Ich aicht, aber gewiß wird Gott nicht zürnen, wenn derz über den Verluſt meines väterlichen Freun⸗


