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Wohlthun trägt Zinsen : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Geſpannt blickte der Hausherr auf die Straße nie⸗ der, und ſah daſelbſt, aber in nur unbeſtimmten Um⸗ riſſen, eine düſtere Geſtalt, welche ſich jetzt den feſt ver⸗ ſchloſſenen Fenſterläden näherte, und hier mehrere Werk⸗

1 zeuge aus der Taſche zog. Gleich darauf fing der Mann an zu arbeiten, und zwar mit ſo vieler Vorſicht, daß man kaum ein ganz leiſes Geräuſch zu vernehmen vermogte. Etwa fünf Minuten mogte das gedauert haben, als leiſe an der Thür geklopft wurde und gleich darauf

1 ein Untergebener des Polizeilieutenants in das Zim⸗ 4 mer trat.

Der Spitzbube iſt unten,« flüſterte er.Was ſollen wir nun beginnen? 8

.Laßt ihn ruhig durch den Laden eindringen, be⸗ 1 fahl der Offizier.Sobald er aber drinnen iſt, wird 1 der Laden von außen wieder geſchloſſen und eine Wache

8 von zwei Mann dabei geſtellt. Im Uebrigen verhaltet Euch ruhig, bis ich hinunter komme. Der Soldat verſchwand, und die beiden Herren

beobachteten durch ihr Fenſter von Neuem die Fort⸗ ſchritte des unten hurtig fortarbeitenden Verbrechers. 3 Nach einer kurzen Viertelſtunde war es ihm gelungen, den Laden zu eröffnen, und jetzt hatte er keine erheb⸗ 3 liche Schwierigkeit mehr zu überwinden, um in das

Comptoir zu gelangen. Er drückte eine Glasſcheibe ein, ſchob mit der Hand die innern Riegel hinweg, öffnete dann das Fenſter, und ſtieg behend, wie eine Katze, hindurch.

Der Hallunke iſt ſchon mehr dabei geweſen, Herr Cathmarſen, murmelte der Offtzier leiſe;ſeine Ge⸗ wandtheit im Einbrechen iſt unvergleichlich. Jetzt aber haben wir ihn in der Falle, und er ſoll uns nicht Wohlthun. 5