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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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fort ſeine Wirkſamkeit, indem er die nöthigen Erkundi⸗ gungen über die Lage der Königlichen Familie einzog. In den ſchlichten Rock eines ehrlichen Handwerkers gekleidet, erregte er keinen Verdacht, und konnte ſich dreiſt unter das Volk miſchen, oder die kleinen Wirths⸗ häuſer beſuchen, wo andere Bürger ihr Gläschen tran⸗ ken, und dabei die Neuigkeiten des Tages austauſchten.

Was er hier in Erfahrung brachte, lautete aber leider nicht tröſtlich. Die Koͤnigin und ihre Kinder wurden noch immer im Tempel gefangen gehalten, und dort ſo ſtrenge bewacht, daß es geradezu eine Unmög⸗ lichkeit ſchien, bis zu ihnen zu gelangen, oder nur ihnen eine Nachricht zukommen zu laſſen. Der Baron ver⸗ ſuchte alle Mittel der Liſt und der Beſtechung, um die Wachſamkeit der Hüter zu täuſchen, und irgend eine Verbindung mit dem Inneren des Tempels anzuknüpfen, aber jeder Verſuch mißglückte. Wenn es auch mitlei⸗ dige und treue Herzen in der Umgebung und unter den Wächtern der Königin gab, ſo durften ſie es doch nicht wagen, ihre Theilnahme zu zeigen, weil ſonſt ihre Köpfe unfehlbar unter dem Beile der Gutlllotine ge⸗ fallen ſein würden. Die Schreckens⸗Regierung hatte grade zu jener Zeit ihren hoͤchſten Grad erreicht, und das Blut, vom Henker vergoſſen, floß in Strömen. Der geringſte Verdacht, zu den Anhängern des Königs zu gehören, reichte hin, den Angeſchuldigten auf das Blut⸗ gerüſt zu führen, und Niemand fragte darnach, ob der Verurtheilte ſchuldig ſei oder nicht. Die einfache Ver⸗ dächtigung irgend eines wüthenden Jakobiners genügte.

Am wildeſten und rückſichtsloſeſten wurde der Adel verfolgt. Man ſah in ihm nur den Druck der Vor⸗ rechte vieler Jahrhunderte, und übte jetzt die Rache