. 21 4 Jaques verſchloß ſorgfältig den Eingang, und gleich darauf ſprengten ſie nach dem Schloſſe zurück. Während der nächſten Nacht, als im Schloſſe ſich Alles zur Ruhe begeben hatte und im tiefſten Schlafe lag, zog Jaques einen Karren aus dem Wagenſchuppen, ſpannte zwei Pferde vor, die er unter ſeiner eigenen Aufſicht hatte, und führte den Wagen zu einer Seiten⸗ treppe im Schloſſe, welche für gewoͤhnlich Niemand als Baron Vignerolles betreten durfte. Jaques ſtieg ſie hinauf, und wurde oben von ſeinem Gebieter em⸗ pfangen. Dann belud er, treppauf, treppab ſteigend, den Wagen mit einer Anzahl von kleinen Säcken, deren metalliſcher Klang zuweilen verrieth, daß ſie gemünztes Geld enthalten mußten, und als er den letzten Sack den anderen hinzugefügt hatte, verließ er das Schloß durch eine Nebenpforte, und ſchlug den Weg nach den Ruinen des Kloſters ein. Zwei ſchöne Hunde, ſchwarz, langhaarig, mit breitem Kopfe und maͤchtigem Gebiß, Wolfshunde von ſeltener Groͤße und Stärke begleiteten ihn, oder trabten vielmehr neben dem Wagen her, ohne einen Laut von ſich zu geben, als ob ſie wüßten, daß das Geſchäft dieſer Nacht in tiefer Verborgenheit blei⸗ ben ſollte. Die Nacht ſelbſt war ruhig, jedoch ſehr finſter; aber das war Jaques eher willkommen, als unlieb, denn er kannte den Weg genau, den er einzu⸗ ſchlagen hatte, und brauchte bei der Finſterniß kein Verräther⸗Auge zu fürchten. Nach zwei Stunden kehrte er eben ſo heimlich, wie er es verlaſſen, nach dem Schloſſe zurück, führte die Pferde in den Stall, brachte den Karren in den Schuppen, und begab ſich auf der geheimen Treppe zu Baron Vignerolles, der ihn er⸗ wartet hatte. 4
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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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