minſims liegen die Zeitungen ganz zerknüllt! Oh, dieſe Schandbuben, die unſer Vaterland mit Füßen treten, und bis über die Knöchel in unſchuldig ver⸗ goſſenem Blute waten,— was mögen ſie wieder Nieder⸗ trächtiges gethan haben?“.
Er ballte die Fäuſte und ſchüttelte ſie, während ein grimmiger Blick aus ſeinen grauen Augen ſchoß, die wie Falkenaugen über ſeiner ſcharfgebogenen Ha⸗ bichtsnaſe blitzten. Er ſchien Bedenken zu tragen, ob er näher treten, oder ganz ſtill das Zimmer wieder verlaſſen ſolle, als ein neuer Ausbruch tiefen Schmerzes von Seiten des Baron Vignerolles ſeinem Entſchluſſe den Ausſchlag gab. Er eilte auf ihn zu, und blieb erſt dicht vor ihm in einer Stellung voller Liebe und Ehrerbietigkeit ſtehen.
„Oh, mein gnädigſter Herr,“ ſagte er,“—„Ver⸗ zeihung einem alten Diener, daß er ungerufen ein⸗ zutreten wagt! Aber Ihr leidet, gnädigſter Herr!“
„Biſt du es, mein ehrlicher Jaques?“ verſetzte der Baron mit zitternder Stimme!„Ja, ich leide! Mein Herz iſt von einem ſchrecklichen Schlage getroffen! Das Unerhörte iſt geſchehen! Franzoſen haben ihren König, ihren gütigen König, den wahren Vater ſeiner Unter⸗ thanen, auf die Guillotine geſchleppt, und ihn erbar⸗ mungslos, grauſam, ſchändlich ermordet!“
„Oh, Herr, das iſt nicht möglich!« rief Jaques Brouſſard voller Entſetzen aus, und wankte, eben ſo bleich, wie ſein Herr, taumelnd ein paar Schritte, zurück.„Es kann nicht ſein! Es wäre des Gräßlichen ja viel zu viel! Nein, das haben ſie nicht gewagt! Ganz Europa müßte ſich ja in Waffen gegen ſie er⸗


