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konnte mich die Frau Pfarrerin, als ſie Appetit auf Kuchen gehabt, nicht der Ziege bei Nacht und Regen nachſchicken; ohne die Ziege fand ich Baron Alfred nicht im Walde und wäre nicht auf das Schloß gelng, wo ſich der Herr Baron den Finger quetſchen mußte, da⸗ mit ich wieder daraus verjagt würde; ohne die Bös⸗ willigkeit meiner Feinde, wäre ich ſchwerlich in die Stadt zu Baron Alfred gekommen, und dann hätte ich auch Frau Baldrian nicht kennen gelernt, durch deren Vermittelung endlich meine Unſchuld an den Tag kam. Und welches war die Urſache, daß ich ihre Bekannt⸗ ſchaft machte? Daß ein muthwilliger Bube ihr die Gatterthür vor der Naſe zugeworfen!— Du ſiehſt alſo, lieber Hugo, daß Gott oft auch durch geringfügige kleine Urſachen die Schickſale der Menſchen beſtimmt und lenkt, und wir ſollten uns deßhalb gewöhnen, die Weisheit des Allmächtigen nicht nur in ſeinen erhabenen und gro⸗ ßen Schöpfungen, ſondern auch in den ſcheinbar unbedeu⸗ tenden und häufig unbeachteten Fügungen zu bewundern.“
„Ja, Vater, ich will das nie vergeſſen,“ erwiederte
Hugo.„Aber iſt die Geſchichte nun aus?«
„Nun, ich hätte weiter nichts mehr hinzuzufügen, als die Bemerkung, daß Friedrich aus dem Hauſe des Herrn Barons verjagt wurde,“ entgegnete der Geheime⸗ rath.„Meine ſpaͤteren Schickſale haben weniger In⸗ tereſſe für dich, als die Geſchichte meiner Jugend, die ich denn hiermit beſchließen will.“
„Es iſt auch Zeit,“ ſagte die Mutter.„Eben hat der Nachtwächter die zehnte Stunde gerufen, und es iſt Zeit, daß man zu Bette geht. Gute Nacht!«
—BSo—
Druck von C. Hoffmann in Stuttgart.


