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Kleine Ursachen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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gute Mutter Jahre der Sorgen und Mühen, für mich Jahre voll Entbehrungen aller Art, aber auch voll hohen Genuſſes. Aber nun ward ich allmählig verſtän⸗ diger und dachte auch an die Zukunft.

Was ſollte aus mir werden?

Unauslöſchlich lebte der Drang nach Wiſſen in mei⸗ nem Herzen, und doch ſah ich nur zu klar und deutlich ein, daß dieſer Drang faſt nur durch ein Wunder be⸗ friedigt werden könne. Ich ſprach mit dem Herrn Schullehrer der zuckte die Achſeln, und ſprach mit dem Hexrn Pfarrer. Der Pfarrer meinte, es ſei recht Schade um mich, aber Hilfe ſähe er doch nicht, denn er ſelber ſei arm und habe kaum ſein dürftiges Aus⸗ kommen, und die Gutsherrſchaft werde ſchwerlich etwas für mich thun; doch wolle er mit ihr ſprechen. Das geſchah, aber der Beſcheid lautete ſehr ungünſtig für mich: wo ſo viele Burſche im Dorfe durch ihrer Hände Arbeit ihr Brod fänden, werde ich es wohl auch finden ohne beſondere Unterſtützung. Der Beſcheid machte mich traurig aber zu ändern war da nichts, und ich ſah wohl ein, daß ich meiner guten armen Mutter nicht mehr zur Laſt fallen dürfe.

Was nun beginnen? Auf Tagelohn gehen? dazu war ich nicht ſtark genug, obgleich ſonſt kräftig und geſund. Etwas Weiteres fand ich nicht, und es war im Grunde auch kein Wunder, denn mein ganzer Sinn ſtand nach den Büchern, und ich hätte nur immer ler⸗ nen und lernen mögen, vom Morgen bis zum Abend, und ſo alle Tage fort ohne Ende.

Aber irgend etwas mußte doch auf alle Fälle ge⸗ ſchehen, und meine gute Mutter wußte Rath zu ſchaf⸗ fen, zwar nicht nach meinem Sinn, aber nach dem