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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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kung ausgeübt, und die meiſten Männer, ja Alle, zeig⸗ ten bei dem düſtern Schimmer der Grubenlichter bleiche und zum Erſchrecken abgemagerte Geſichter. Friedel ſuchte die armen Menſchen, wie geſtern, zu tröſten, und ihren zagenden Herzen von Neuem friſchen Muth einzu⸗ flößen, aber es wollte ihm nicht mehr ſo gut, wie ge⸗ ſtern gelingen. Die Männer nahmen ſeine Worte mit düſterem Schweigen entgegen. Sie begannen, nachdem ſte ihren letzten Biſſen Brod verzehrt, wohl wieder ihre Arbeit, aber ſie ging nur langſam von ſtatten. Der Hiampsſtändige Muth ſchien gänzlich von ihnen ge⸗ wichen.

I Und abermals verging ein Tag und verſtrich eine

acht.

Die Leute arbeiteten nicht mehr. Sie hatten jede, auch die leiſeſte Hoffnung auf Erlöſung aus ihrer furchtbaren Lage aufgegeben, und ſaßen müßig umher, mit faſt irren Blicken vor ſich nieder ſtarrend. Verge⸗ bens verſuchte der Oberſteiger durch ſeine Beredſamkeit die Leute noch einmal zur Thatkraft aufzurütteln. Es gelang ihm nicht; man hoͤrte gar nicht nach ihm; eine dumpfe Betäubung drückte die Gemüther zu Boden, und lähmte jeden Aufſchwung des Geiſtes.

Sie meinen es gut, Herr Oberſteiger, ſagte der alte Matthes, der, wie die Uebrigen, matt und kraftlos auf der Erde ſaß,aber es hilft ja doch Alles nichts! Sterben müſſen wir nun doch einmal! Die Hülfe iſt zu fern! Todtenſtille herrſcht über uns! Wenn die Retter nahe wären, müßten wir doch irgend ein Geräuſch von oben her vernehmen. Nein, nein, 6 gibt keine Hoffnung mehr, das Stück iſt zu

nde!