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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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lebendig, aus unſerem dunkeln Grabe an's Tageslicht gebracht haben.“

„Wenn ich auch das zugeben will,“ entgegnete Matthes,—»was würde uns damit gedient ſein? Wiſſen ſie denn oben, daß wir gerade hier in der alten Eliſabeth⸗Grube ſtecken?“ 1

„Wenn ſie es auch nicht wiſſen, ſo können ſie es doch vermuthen,“ erwiederte Friedel.„Seht, Leute, unſer Markſcheider, unſer Bergmeiſter und unſer Berg⸗ hauptmann wiſſen ganz eben ſo genau, als ich ſelber, daß die Eliſabeth⸗Grube die höͤchſtgelegene von allen unſeren Gruben iſt; ſie wiſſen ferner eben ſo gut als ich, daß der Eliſabeth⸗Schacht vor ſo und ſo vielen Jahren verſchͤttet wurde, und daß man nun durch dieſen Schacht, indem man ihn aufräumt, am ſchnellſten in die Gruben hinunter gelangen kann. Sie müſſen ſich überzeugt haben, daß alle andern mit den Gruben zuſammenhängenden Schachte zum Theil vom Waſſer erſäuft ſind, und aus dieſer Ueberzeugung werden ſie den Schluß ziehen, daß wenn wir noch am Leben ſind, eine Zuflucht in der höchſtgelegenen Grube geſucht ha⸗ ben. Leuchtet Euch das nicht ein, Leute!«

„Oh, gewiß, gewiß,“ ſprachen mehrere Stimmen, und die Augen der ſchwer gebeugten, bangenden Män⸗ ner leuchteten wieder heller auf. Nur Matthes allein ſchüttelte noch zweifelnd den Kopf.

„Wenn auch Alles wahr iſt, was Sie ſagen, Ober⸗ ſteiger Friedel, es wird uns doch nichts helfen,“ ſprach er.„Ich gebe zu, Hülfe wird kommen, aber ſie wird „Pnſpät kommen, und unſere Retter werden nur unſere von Hunger abgezehrten Leichname finden. Es gehört langere Zeit dazu, als drei oder vier Tage, um den

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