Druckschrift 
Tüchtig und untüchtig : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

76

dete Vorausſetzung, daß er nun bald aus dem einſamen Gefängniſſe im Meere erlöst werden würde, ließen ihn den Katarrh weniger beachten, als es ſonſt wohl der Fall geweſen wäre. Willy befand ſich ganz wohl, und wünſchte nur, wie Alfred ebenfalls, daß etwas Speiſe und Trank zur Stillung des Hungers und Durſtes da⸗ geweſen wäre.

Beide ſpähten unverwandten Blickes über das Meer nach dem Lande hinüber, und ſuchten zu erforſchen, ob nicht ſchon Anſtalten zu ihrer Abholung getroffen wür⸗ den. Aber noch eine volle Stunde mußten ſie warten, bis endlich Willy den freudigen Ruf ausſtieß:»Sie kommen! Dort ſchwimmt ein Boot auf dem Waſſer und ſteuert in gerader Richtung auf unſere Klippe zu.

Auch Alfred gewahrte das Boot, und ſtieß ein, freilich von Heiſerkeit etwas gedämpftes, Jubelgeſchrei aus. Das Boot, von kräftigen Armen gerudert, kam ſchnell näher, ohne vom geraden Kurſe abzuweichen. Nach Verlauf einer Viertelſtunde lag Alfred in den Armen ſeines Vaters, und weinte Freudenthränen an ſeiner Bruſt.

Unvorſichtiger Burſche, ſagte der Vater zu ihm, welch' eine angſtvolle Nacht habe ich wegen deiner leichtſinnigen Thorheit erleben müſſen! Warum ließeſt du nicht wiſſen, daß du eine Spazierfahrt hieher machen wollteſt? Ich hätte dir dann zuverläſſige Leute mit⸗ gegeben! Und warum kehrteſt du nicht vor dem Aus⸗ bruche des Sturmes an das Ufer zuruck?«

Willy erklärte dieſen Umſtand ſehr einfach durch das Wegtreiben des Bootes. Das war freilich ein Unglück, an das ich nicht ge⸗ dacht habe, ſprach Herr Bolten.Da iſt es ja ein