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Ein armer Sünder : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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halter erſt zu beſtechen und dann durch die Drohung einzuſchüchtern ſuchte, daß er ihn als Mitſchuldigen angeben werde, wenn er ihn nicht laufen laſſe. Aber mein wackerer Hans hielt ihn feſt und ſchrie um Hülfe. Sie kamen, und Sie haben ja ſelbſt geſehen, wie ſich der treue Menſch zwiſchen mich und jenen Schurken warf, um mich mit ſeinem Leibe zu decken und die für mich beſtimmte Kugel aufzufangen.

Dieſes Zeugniß, verbunden mit der Unwahrſchein⸗ lichkeit der Ausſage Wolfs, reichte natürlich vollſtändig aus, um die Anklage des Böſewichts zu widerlegen. Er wurde ohne weitere Umſtände in's Gefängniß ab⸗ geführt, um ſpäter vom Gericht wegen verſuchten Raub⸗ mords zu lebenslänglicher Zuchthausſtrafe verurtheilt zu werden..

Für Hans war dieſes die letzte Prüfung, welche das Schickſal über ihn verhängte. Während Wolf im Zuchthauſe ſeine Strafe verbüßte, wurde Hans von ſeinem früheren Principale zu deſſen Aſſocié angenom⸗ men, lebte das glücklichſte Leben im Vollgenuſſe der Zufriedenheit und eines ächten, beſcheidenen Glückes. Seine Mutter und ſeine Schweſtern wohnen bei ihm und theilen ſein geſegnetes Loos. Der Pfarrer aus ſeiner Heimath beſucht ihn, ſo oft er in die Reſidenz kommt, und nie vergeſſen die Beiden dann der Stunde zu gedenken, in welcher Hans die Erkenntniß des Gu⸗ ten und Böſen erlangt hatte.

Möchteſt auch du dir, lieber Leſer, das Gleichniß vom guten und ſchlechten Saamen zu Herzen nehmen.

Druck von C. Hoffmann in Stuttgart.