Erſtes Kapitel. Auf dem Jande.
Der Tag fing nur eben an zu grauen, als in einer armen kleinen Hütte die ſtarke Stimme eines Mannes erſchallte, welche vom engen Hausflur hinauf zu dem mit Stroh bedeckten Bodenraume ertönte.
„Heda, Hans!“ ſchrie ſie ſo laut, daß man es drau⸗ ßen im kleinen Dorfe vernehmen konnte,— willſt du gleich aufſtehen, du Tagedieb! Die Sonne guckt ſchon bald über den Wald herüber! Steh' auf, Faul⸗ lenzer, der du biſt!“
„Ich komme ſchon, Vater!“ rief die helle Stimme eines Knaben zurück,—„im Umſehen bin ich unten! Will nur mein Bett ein bischen aufſchütteln!“
Der Mann lauſchte. Als er das Raſcheln und Rauſchen von durch einander gewühltem Heu oder
Stroh vernahm, nickte er zufrieden mit dem Kopfe,
und trat in die kleine, neben dem Flur gelegenen
Stube, durch deren blinde, kaum handgroße, runde
Fenſterſcheiben nur erſt ein matter Schimmer des Ta⸗
geslichtes eindrang, der nur undentlich die darin be⸗ Ein armer Sünder. 1


