Druckschrift 
Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſpazieren, und gelangte mit ihm an den Landungsplatz, wo die meiſten Schiffe ein⸗ und ausgeladen werden. Ein Haufen Menſchen ſammelte ſich in ihrer Nähe, und ſie traten neugierig hinzu, um zu ſehen, was ihre Aufmerkſamkeit beſchäftigte.

Ein Boot mit gefangenen Staatsverbrechern, ant⸗ wortete einer der Zuſchauer auf die Frage des Grafen, und gleich darauf öffnete ſich eine Gaſſe im Men⸗ ſchenknäuel, und zwei mit ſchweren Ketten aneinander geſchmiedete Männer wurden in der Mitte bewaffneter Soldaten zu einem offenen Wagen geführt, der die Gefangenen mit ihrer Begleitung aufnahm und dann in raſchem Trabe davon raſſelte.

Mit ſtarrem Entſetzen, erbleichten Wangen und zitternden Gliedern ſchaute Werner dem Wagen und den Verbrechern nach, deren Anblick ſein Herz bis in's Innerſte hinein erſchüttert hatte.

Barmherziger Gott,« ſtammelte er mit bebenden Lippenſie waren es!«

Wer war es, mein Freund? fragte Graf Soltikow.

Kannten Sie ihn nicht, den Verbrecher mit den hohlen Wangen, dem verwildertem Barte, und dem grimmigen Menſchenhaſſe auf der düſtern Stirn?« ent⸗ gegnete Werner.Oh, Herr Graf, dieſer Mann war der Baron Unken, und der zweite Elende, den ſchwere Eiſenfeſſeln an ihn ketteten, war Joggi Kusbal, ſein ehemaliger Vogt. Ihre Verbrechen haben ſie an einan⸗ der geſchmiedet, aber ſchwerer noch als die Ketten muß das Bewußtſein ihrer Schuld auf ihnen laſten.«

»Und die Furcht vor der Strafe, der ſie entgegen geführt werden, antwortete Graf Soltikow.Ja, ja, ich erinnere mich die Elenden wurden heute erwartet,