die Ueberfahrt zu Schlitten erlauben würde. Wilden⸗ rad ließ ſich nicht von ſeinem ungeduldigen Vorſatze abbringen. Der Gedanke an Weib und Kind gönnte ihm keine Ruhe mehr, und er wollte lieber den Ge⸗ fahren eines etwa losbrechenden Sturmes trotzen, als noch länger in müſſiger und dadurch doppelt quälender Unruhe verharren.
Als der Baron ſich überzeugte, daß der Kapitän nicht mehr zurück zu halten ſei, gab er endlich Befehl, ſein eigenes Boot für ihn zur Ueberfahrt auszurüſten, that aber entſchieden Einſpruch, als Werner Miene machte, ſeinen alten Freund zu begleiten.
„Ich will nichts Derartiges hören,“ ſagte er mit wohlwollender Freundlichkeit.„Den Kapitän treibt am Ende Pflichtgefühl in ſeine Heimath, wo die Seinigen vielleicht in größter Sorge um ihn ſchweben, und ich kann daher nichts weiter thun, als ihm meine beſten Wünſche mit auf die Reiſe geben. Aber Sie, mein Freund, was treibt Sie aus meinem Hauſe? Nein, nein, ich fühle mich zu einſam in meinem weitläufigen Schloſſe, als daß ich Sie ſo ſchnell wieder von mir laſſen könnte. Wenn Sie mir irgend Dank ſchuldig zu ſein glauben, ſo bethätigen Sie ihn dadurch, daß Sie mich Ihre Gegenwart noch einige Zeit genießen laſſen!«
»Aber mein Herr, der Graf Soltikow,“ erwiederte Werner.„Was ſoll er von mir denken, wenn ich ihn auf mich warten laſſe, wenn ich hier müſſig gehe, an⸗ ſtatt bei ihm meinen Geſchäften obzuliegen?“
»Nun denn,“ entgegnete der Baron,„ich ſehe wohl, ich werde Ihnen die blanke, baare Wahrheit einſchenken müſſen. Erſchrecken Sie nicht, lieber Freund, aber— auf den Grafen dürfen Sie nicht mehr rechnen! Für


