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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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daß es nur der ungeheuerſten Anſtrengung gelang, das alte morſche Fahrzeug durch die aufſchaͤumenden Wogen zu führen. Nicht allein die Matroſen, ſondern auch der Kapitän ſelber und ſogar Werner mußten mit Hand anlegen und tüchtig arbeiten, und dennoch ſchien es, als ob zuletzt alle Mühe und Anſtrengung zu keinem günſtigen Ergebniſſe führen ſollte. Der Sturm wüthete die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag. Bis jetzt war es noch geglückt, das Schiff auf offener See zu halten; als aber der Sturm mit Einbruch der näch⸗ ſten Nacht, die ſo dunkel war, daß man kaum die Hand vor Augen ſehen konnte, mit neuer Heftigkeit losbrach, als er der Anſtrengungen der erſchoͤpften Mannſchaft ſpottete, als er endlich die beiden Maſten brach und morſch weg mit krachendem Gepolter über Bord ſtürzte, da war an keine Rettung mehr zu denken, ſelbſt dem unerſchütterlichen Kapitän entſanken Muth und Hoff⸗ nung, und er ſah ſich gezwungen, ſein Fahrzeug ohne Widerſtand der Gewalt des Sturmes preiszugeben, der es aller Wahrſcheinlichkeit nach gegen das Ufer treiben mußte.

In banger, ſtummer Verzweiflung erwarteten die Unglücklichen jeden Augenblick, ihr hülfloſes Wrack un⸗ ter ihren Füßen in Truͤmmern zerbrechen zu ſehen. Dennoch kam die Mitternacht heran, und es hielt ſich noch immer auf den Wogen, die es, ein Spielzeug, heftig hin und her ſchleuderten. Alle hatten ſich ſchon in ihr Schickſal ergeben, und erwarteten den Tod in den Wellen. Selbſt Werner zweifelte nicht, daß ſeine letzte Stunde gekommen ſei, als kurz nach Mitter⸗ nacht plötzlich in Oſten ein ſchwaches Flämmchen auf⸗ blitzte, welches unverrückt auf ſeiner Stelle blieb.