erwiederte Julius ruhig.»Ich denke, wir werden ſehr
115
der alte Herr nach Wien ab. Hier angekommen, mußten ſie mit Erſtaunen die Nachricht vernehmen, daß Peter ſpurlos verſchwunden ſei,„und mit ihm zugleich ver⸗ ſchiedene Koſtbarkeiten von großem Werthe,« wie der Haushofmeiſter mit höhniſcher Schadenfreude hinzuſetzte.
„Wie ſeltſam und überraſchend!“ ſagte Graf Ju⸗ lius, welcher augenblicklich durchſchaute, daß hier ein böſes Spiel getrieben worden ſei, aber ſich wohl in Acht nahm, ſeine Gedanken zu verrathen.„Sie haben ohne Zweifel die Polizei benachrichtigt, daß man auf der Stelle den Flüchtling verfolgen müſſe?«
„Nein, Herr Graf,“ erwiederte der Haushofmeiſter beſtürzt.„Wir dachten nicht daran!“
„Das iſt ſchlimm! Nun wird er ſchon einen Vor⸗ ſprung gewonnen haben, der es ſchwierig macht, Seiner habhaft zu werden. Doch wollen wir's wenigſtens ver⸗ ſuchen. Gehen Sie ſelbſt, Schulze, und bitten Sie den Herrn Polizei⸗Director zu mir.« 3
Der Haushofmeiſter beeilte ſich, dem Befehle Folge zu leiſten, während Graf Julius ſich mit ſeinem Gaſte in ſein Zimmer verfügte.
„Ihr Schützling hat mit eine ſchmerzliche Ent⸗ täuſchung bereitet,“ ſagte Graf Brutterode, als er mit Julius allein war.»Nach Ihrer Schilderung hielt ich
ihn für einen rechtſchaffenen jungen Mann, und nun — iſt er ein gemeiner Dieb! Jetzt reuet es mich faſt,
daß ich mit herkam!“ „Urtheilen Sie nicht zu ſchnell, theuerſter Freund,“
bald etwas Näheres erfahren.“
Es dauerte nicht lange, ſo kam der Polizei⸗Director. Julius ſprach heimlich einige Minuten mit ihm, und
—
——
—
——


