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ein Kind von drei oder vier Jahren aufgefunden wor⸗ den ſei. Wolf hoͤrte in äußerſter Spannung zu.
„Halten Sie einen Augenblick ein,“ unterbrach er die Erzählung.„In welcher Gegend war es, wo Sie gefunden wurden?“
„An der Böhmiſch⸗Bayriſchen Gränze vermuthlich,“ erwiederte Peter.„Dort hatte wenigſtens mein erſter Pflegevater ſeine Heimath.“
„Auch das trifft zu, auch das!“ ſagte Wolf zu ſich ſelbſt.„Edgar war etwas über drei Jahr alt, und ſein Großvater lebte damals in Prag. Graf Nieder⸗ berg mußte auf ſeinem Wege die Bayriſch⸗Böhmiſche Gränze paſſiren! Darum alſo wurde der alte Wolf auf die Seite geſchoben! Darum in dieſen abgelegenen Winkel verbannt! Darum durfte er nicht zu ſeinem Herrn zurückkehren! Darum mußte Balſer verläum⸗ deriſche Briefe an den Grafen Brutterode ſchreiben! Ah, natürlich, natürlich! Nun iſt Alles klar! Der Enkel mußte ſterben oder doch für todt gelten, weil ja ſonſt der Neffe nicht auf die reiche Erbſchaft hoffen konnte. Oh, oh, oh! Sie haben es ſchlau angefangen, Herr Graf Bodo von Niederberg, aber Gott lenkt, und Gott hat dafür geſorgt, daß die Wahrheit an das Tageslicht kommt, ehe der alte Wolf ſeine Augen zu⸗ macht! Du rechneteſt auf die Treue des alten Wolf, und, ſo wahr Gott lebt, du ſollſt dich in ſeiner Treue nicht getäuſcht haben. Nur wird er ſeinem rechten Herrn und Gebieter treu ſein, und nicht dem Betrüger und Erbſchleicher. Oh, wie ſehr hat dich doch Gott mit Blindheit geſchlagen, Graf Bodo! Du meinteſt, meine alten Augen würden die Züge des Vaters nicht in dem Antlitz des Sohnes erkennen! Darum brachteſt


