geſündigt hätten. Erſtens, indem ſie logen, und zweitens, indem ſie das ſtrenge Verbot des Lehrers ſowohl, wie auch das ihrer Eltern leichtſinniger Weiſe überſchritten.
„Was beginnen wir nun?« fragte Heinrich, als die Knaben ſich wieder angekleidet hatten.„Noch lange dauert es, bis der Abend kommt, und die Zeit würde uns lang währen, wenn wir derweilen müſſig ſitzen ſollten.«
»Ja, das iſt wahr, Heinrich,« nahm Carl das Wort.„Was ſchlägſt du vor, Robert?«
„Hört zu,“ ſagte der.„Drüben am Buſche ſteht ein großes Erbſenbeet. Die Schoten ſind eben recht
zum eſſen! Laßt uns hin, und ein wenig plündern!«
Dieſer Vorſchlag Roberts fand großen Beifall, und Keiner dachte daran, daß abermals eine Sünde, und zwar eine recht große Sünde, die des Stehlens begangen würde. Die Buben trabten hurtig quer durch den Wald, fielen, wie ein Heer Sperlinge in die Schoten ein, und aßen ſich tüchtig ſatt. Einer ſtand indeß abwechſelnd Wache, um ſobald ſich etwas Un⸗ gewöhnliches zeigen würde, Allarm zu ſchlagen. Aber für diesmal blieb Alles ruhig, und die leichtſinnigen
95 Knaben hatten ſich ſatt gegeſſen, ehe noch die Sonne
hinter den Horizont hinabgeſunken war.


