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hatte. Das ſo weitläufig auseinander zu ſetzen, das geht ja gar nicht, und Ihr könnt's Euch ja ſelber viel beſſer vorſtellen. Nur ſo viel kann ich Euch ſagen, daß große Freude und Glückſeligkeit in Aller Herzen war, und daß ein Jeder dem lieben Gott droben im Himmel aus freudiger Seele ein Loblied ſang, ein Lob⸗ lied, wie er's in ſeinem ganzen Leben noch nicht geſun⸗ gen hatte.
Nun, was noch übrig iſt von der Geſchichte, das wird bald erzählt ſein. Noch eine große große Freude ſtand unſeren Freunden bevor. Doktor Jünken erklärte am nächſten Tage, nachdem er die Augen des guten Pfarrers genau unterſucht hatte, daß mit Gottes Hülfe die Blindheit bald weichen, und bald wieder das gol⸗ dene Licht des Tages und die Pracht der Farben das Herz des geliebten Pflegevaters erquicken werde. Und er ſprach die Wahrheit. Nach vier Wochen ſchon konnte er ſehen, der gute Pfarrer Robin, konnte ſehen, und ſah ſeinen Alli wieder und die alte Chriſtine, die nun ſtatt ſeiner blind war— vor Freudenthränen; ſah Alli's Vater und den wackeren Pepperle, ſah Tali und den Doktor, ſah die Blumen draußen im Garten, und den blauen Himmel, ſah Alles, Alles wieder, was ihm lieb und theuer war. Ein herrlicher, ein ge⸗ ſegneter Tag war das fur ihn und für die Uebrigen, beſonders aber für Alli, der ſein Glück und ſeine Freude kaum zu ertragen wußte. Pfarrer Robin ſelbſt aber nahm das neue Licht hin in Demuth und tiefin⸗ niger Dankbarkeit als ein köſtliches, gnadenreiches Ge⸗ ſchenk des höchſten Herrn, und, aufblickend zum blauen Himmel, und den glücklichen Alli und ſeinen Vater feſt an ſeine Bruſt drückend, ſagte er mit zitternder


