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Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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In der That, mit raſchen, munteren Schritten eilte der Vater herbei, warf ſeinen Kindern einen Blick zu, der von lauter Glück und Zuverſicht ſtrahlte, ſtand we⸗ nige Augenblicke ſpäter im Zimmer, und ſagte:»Ge⸗ wonnen, Erich! Alles gewonnen! Richtig Alles ſo gekommen, wie ich's mir vorher dachte! Ja, ja, ein redliches Streben und treue Dienſte bleiben nicht un⸗ belohnt! Der Herr Präſident hat mir ein Stipendium von hundert und fünfzig Thalern jährlich für dich zu⸗ geſichert, und zwar für die ganze Zeit, welche du auf der Univerſität zubringen wirſt. Nun, Junge, was ſagſt du dazu?

Oh, ich vermag es nicht auszudrücken, wie glück⸗ lich du mich machſt! rief Erich aus und ſtürzte an die Bruſt ſeines Vaters.Frage nur, Anna, ich hatte gar keine, auch nicht die kleinſte Hoffnung! Eben ſprachen wir noch darüber! Aber wie iſt es nur ge⸗ kommen, daß du ſo Großes erreicht haſt?«

Wie es gekommen iſt, Junge? ſagte der Vater, und blickte nach Oben»wie denn anders, als durch den Segen Gottes, den ich mir durch langjährige, red⸗ liche Dienſte zu erwerben geſucht habe! Er machte gar keine Umſtände, der Herr Präſident! Als ich meine Bitte vorgebracht hatte, forderte er mir deine Schulzeugniſſe ab, warf einen Blick hinein, richtete noch ein paar Fragen an mich, die ich der Wahrheit gemäß beantwortete, und dann klopfte er mich ſanft auf die Schulter, und ſagte:»Alles gut, lieber Ehrenfried!

Die Vertheilung der Stipendien gehört zwar nicht zu meinen Geſchäften, aber Ihnen zu Liebe muß ich wohl mit dem Herrn Superintendenten reden. Sagen Sie Ihrem Sohne, er ſolle hundert und fünfzig Thaler