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Beſuche des Schnorrers Salmon zutrug. Samuel war nämlich auf einer Geſchäftsreiſe in Gelnhauſen geweſen, und ſuchte am zweiten November 1813 üher Hanau nach Frankfurt zurückzukehren. Sein Weg ſüßrte ihn über das Schlachtfeld, wo zwei Tage vorher die Franzoſen mit den Bayern gekämpft hatten. Traurig und betrü⸗ bend war der Anblick, den das blutgetränkte Gefild darbot. Ueberall Verwüſtung und Tod. Die Leichen lagen noch unbegraben auf der nackten Erde; man hatte noch nicht Zeit gehabt, das Feld des Entſetzens aufzu⸗ räumen.
„Fahr' zu, ſo ſchnell du kannſt,“ rief Samuel ſei⸗ nem Kutſcher zu, und dieſer hieb ſo kräftig auf die munteren Braunen ein, daß ſie im ſchnellſten Trabe den leichten Wagen über den von Kugeln durchfurchten, von ſchwerem Geſchütz zerfahrenen Weg hinwegriſſen. Plöͤtz⸗ lich aber machten ſie einen heftigen Sprung zur Seite und riſſen den Wagen ſo gewaltſam mit herum, daß er beinahe in den Chauſſee⸗Graben geſtürzt wäre.
„Was gibt's?« fragte Samuel ein wenig er⸗ ſchrocken.
„Ein Menſch liegt mitten auf dem Wege,“ erwie derte der Kutſcher.„Ich ſah ihn zu ſpät, und die Pferde ſcheuten vor ihm!“
„Ein Todter?« 3
„Nein! Es ſcheint noch Leben in ihm! Er hob den Arm auf, und das war's eben, was die Thiere zur Seite prallen machte.“«
„Halt' einen Augenblick!“ rief Samuel.„Ich will nach ihm ſehen!«
Raſch ſprang er aus dem Wagen, und beugte ſich üͤber den Mann hin, der lang ausgeſtreckt mitten auf
Schmulche⸗Leben. 8


