noch vor wenigen Stunden den lachendſten Segen ver⸗ ſprachen.
„Ach, meine Ahnung, meine bange Ahnung!“« jammerte Frau Lisbeth mit gerungenen Händen.„Wel⸗ ches entſetzliche Unglück! Wenige Minuten haben uns zu huͤlfloſen Bettlern gemacht!«
Der Pächter hatte mittlerweile nach Faſſung ge⸗ rungen, und in ſtillem Gebete ſein ſchwer bedruͤcktes und gebeugtes Herz zu Gott erhoben. Freilich ſtand auch er noch bleich da von dem kaum überſtandenen Schrecken, aber ſein mannhafter Muth kehrte allmählig zurück, und er fühlte ſich ſtark, der ſchwachen Frau wieder Troſt und Hoffnung zu ſpenden.
„Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genom⸗ men, der Name des Herrn ſei gelobet!« ſprach er feierlich.„Klage nicht und verzweifle nicht, liebes Weib, ſondern vertraue auf den Herrn, daß er uns wieder aufrichten werde, nachdem er uns ſo tief gebeugt und ſo ſchwer geprüft hat. Was aus ſeiner Hand kommt, ſei es Gutes oder Schlimmes, muß demüthig und mit geduldiger Ergebung getragen werden. Wer iſt, der die Gedanken und Abſichten Gottes zu durch⸗ ſchauen oder nur zu errathen vermöchte? Darum ge⸗ troſt, der Herr macht Alles wohl, wenn gleich es uns blinden Menſchen nicht alſo erſcheinen will!« „Aber was, was ſoll aus uns werden?“ klagte die Frau.„Die ganze geſegnete Aerndte iſt hin, das
BBrod iſt uns genommen, und wir müſſen Alles ver⸗ kaufen, was wir beſitzen, wenn wir das Pachtgeld zu⸗
ammenbringen wollen. Und wovon ſollen wir denn feelber leben? Oh, mein Gott, du biſt ſchwer mit uns in's Gericht gegangen!“


