nicht den ſcharfen Blicken des Grafen zu verrathen, und ein Plan ſtieg in meinem Gehirne auf, von dem ich mir einen nicht geringen Vortheil verſprach.“
„Warte, mein feines Gräflein,« dachte ich,„ſo ſchlau auch der Fuchs iſt, er wird doch zuweilen in ſeinen eigenen Schlingen gefangen.“
„Wohlan, ich will's verſuchen,“ ſagte ich.„Aber was iſt der Lohn dafür?«
„Dieſer Beutel voll Gold,“ erwiederte er haſtig und mit einer Stimme, aus welcher ſein inneres Frohlocken heraustönte.„Die Hälfte bekommſt du gleich jetzt; die andere Hälfte, ſobald der Streich geführt iſt. Alſo ſpute dich, Mann, denn es ge⸗ reicht zu deinem eigenen Vortheile.“
»Ich nahm das Geld in Empfang, zählte es und fand fünfzig gewichtige Stüͤcke. Ohne Beden⸗ ken ſteckte ich ſie ein und verſprach nun dem Gra⸗ fen, Tag und Nacht auf der Lauer zu liegen, um mich des kleinen Captal zu bemächtigen. Der Graf entließ mich mit übergroßer Freundlichkeit; ich aber ging lange im Walde umher, um reiflich zu über⸗ legen, was ſich in dieſer Sache am beſten thun ließe. So viel ſtand feſt, daß ich den Knaben auf keine Weiſe und unter keiner Bedingung ermorden würde; aber eben ſo feſt ſtand auch, daß ich den Vorfall


