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Dienst um Dienst : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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in die Hände, und ein Diener eilte herbei, um Er⸗ friſchungen und mit köſtlichem Tabak gefüllte Tſchibuk's zu bringen. Bis zum anbrechenden Morgen ſaßen ſie Seite an Seite, und theilten einander ihre Schickſale mit, bis ſie endlich nach der Erzählung von mancherlei Kämpfen, Gefechten, Siegen und Niederlagen, welche die vergangenen Jahre ausgefüllt hatten, wieder der Gegenwart ſich erinnerten. François fand, daß es hohe Zeit ſei, zu ſcheiden. Aber er wollte nicht gehen, ohne noch einen letzten Verſuch zu machen, Abdul zum Mitgehen zu bewegen. Aber der Freund widerſtand ſeinen feurigſten Bitten.

Es kann nicht ſein, Frangois, ſagte er.Sehr wohl weiß ich, daß wir im bevorſtehenden Kampfe un⸗ terliegen müſſen, und daß unſer Untergang und Tod faſt ſo gut als gewiß iſt. Aber die Ehre verbietet mir, mein Geſchick von dem Ben⸗Aiſſa's zu trennen. Seit mein Vater, wie ich dir erzählte, einen ehrenvollen Tod im Kampfe fand, nahm Ben⸗Aiſſa mich als Sohn an, und bezeigte mir ſtets die Liebe eines Vaters. Soll ich jetzt im Augenblicke der Entſcheidung zum Ver⸗ räther an ihm werden? Dieß kannſt du nicht fordern! Ueberlaß mich meinem Schickſale! Noch wenige Tage und Alles wird zu Ende ſein.

Mit betrübten, tief erſchütterten Herzen trennten ſich die Freunde. Beide fürchteten, daß ſie einander in dieſem Leben nicht wiederſehen würden, und um ſo brennender war der Schmerz des Scheidens. Endlich riß Frangois ſich los.

Allah ſei mit dir und ſchütze dich!« rief Abdul ihm nach.

Einen Blick zärtlicher Liebe tauſchten ſie noch aus,