67
derte es nur wenige Minuten, um ihm ein Seil in die Tiefe hinabzulaſſen, und ihn mittelſt deſſelben aus ſei⸗ nem Grabe hervorzuziehen.
Wie Uly die Stunden und Minuten zählte bis zu dieſem letzten beglückenden Augenblicke! Sein Kopf brannte, ſein Herz pochte, und er war heute nicht im Stande, die gewohnte Arbeit wieder aufzunehmen. Er ſetzte ſich nieder, ſtarrte zum Himmel empor, und über⸗ ließ ſich willenlos glänzenden Träumen von Glück und Erlöſung. Nach dem Stande der Sonne berechnete er, wie Hans Sprüngli allmählig ſeiner Heimath und ſei⸗ nen Lieben näher kam. Jetzt mußte er den Eiswal hinunter geſtiegen ſein,— jetzt überſchritt er das weite Gletſcherfeld,— jetzt erreichte er die Fels⸗Region,— jetzt ſtieg er an den ſteilen Berghängen nieder,— jetz mußte er die Stelle erlangt haben, wo ſich ihm die erſte Ausſicht in das Matterthal eröffnete, wo er, wenn er ſie gekannt hätte, Uly's friedliche kleine Hütte lieger ſehen konnte;— wie ihm das Herz ſchlug und das Blut in den Adern hüpfte bei dem Gedanken, wenn Er Er ſelber dort ſtände an Sprüngli's Statt!— Und jetzt ging dieſer weiter, hinab in das Thal,— jetzt er reichte er die erſte Hütte mit beginnender Dämmerung,
— er klopfte an,— er fragte nach Uly's Haus,—
er verkündigte, daß Uly nicht geſtorben, daß er noch gnf Leben und ganz friſch und wohlauf ſei, ein Freudenge⸗ ſchrei ging dann durch das ganze Dorf,— jetzt ver⸗ ſammelten ſich die Nachbarn, ſee drängten ſich um Sprüngli, ſie riſſen ihnPrr ſore nach der ſo lange vater⸗ los geweſenen Hütten Frall und Kinder vernahmen die Wunderkug 7.— Ulnyy, der glückliche Uly ſah in Gedanken re ldenthränen der braven Gattin, er
₰ 5*


