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die Wange, zielte nur einen Moment und drückte ab. Unmittelbar nach dem Krachen des Schuſſes bemerkte Uly mit Freuden, daß er getroffen haben müſſe. Der Steinbock machte einen hohen Satz, lief dann langſamer weiter, und ließ den Kopf bald auf die eine, bald auf die andere Seite niederſinken, ein ſicheres und untrüg⸗ liches Zeichen, daß er tödtlich verwundet ſein mußte.
„Er wird ſich bald niederlegen, um zu ſterben,“ dachte Uly, indem er mit frohem Blicke ihm nachſah.
In der That, kaum waren zwei Minuten nach dem Schuſſe verſtrichen, ſo brach der Steinbock zuſammen, und blieb, vermuthlich in einer Vertiefung, liegen, in⸗ dem er aus den Augen Uly's verſchwand.
Uly kümmerte ſich wenig darum; er wußte, daß ihm jetzt ſeine gute Beute nicht mehr entgehen konnte, und lud vor Allem mit Bedacht ſeine Büchſe wieder, bevor er an das Aufſuchen des erlegten Wildes dachte. Zur Rückkehr nach Hauſe war es für heute ohnehin zu ſpät geworden. Die Sonne ſtand bereits tief am Horizonte, und die Nacht mußte ſehr bald hereinbrechen. Anſtatt nach dem Wilde blickte ſich deshalb Uly, nach dem Laden des Gewehres, vorläufig nach einer leidlichen Lagerſtatt um, wo er einigermaßen behaglich die bevor⸗ ſtehende Nacht zubringen könnte, und fand dieſelbe ganz nahe in einer Höhle, die jedenfalls auch dem erlegten Steinbocke als Zufluchtsort gedient hatte. Sie war nicht groß, aber ziemlich geſchützt gegen Kälte und Wind, und er beſchloß, ſie zum Nachtquartiere zu benutzen. Als er ſie unterſucht hatte und wieder in's Freie trat, erſchrak er. Die Nacht konnte noch nicht gekom⸗ men ſein, und dennoch vermochte er kaum zehn Schritte weit zu ſehen. Ein dichter Nebel hatte ſich plötzlich,


